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Preis "Innovatives Handwerk 2011" geht an Energie Experte Jens Bergmann

Energie Experte mit Preis "Innovatives Handwerk 2011" ausgezeichnet

Jens Bergmann installierte thermische Solaranlage in Bosnien-Herzegowina

 

Technische Neuentwicklungen, wie zum Beispiel thermische Solaranlagen haben es Jens Bergmann seit Beginn seiner Berufslaufbahn als Gas- und Wasserinstallateur angetan. Der Handwerksmeister und Gründer der Firma Bergmann GmbH  schätzt, dass er in den vergangenen fünfzehn Jahren über 100 Hauseigentümer mit dieser kostengünstigen und umweltschonenden Warmwasserbereitung versorgt hat. Die Anlagen laufen in Bremen und im Umland – aber auch im 1.100 Kilometer entfernten Banja Luka.

Für das außergewöhnliche Projekt erhielt der 47-Jährige beim 45. Mahl des Handwerks am 1. November den Preis „Innovatives Handwerk 2011“, eine gemeinsame Auszeichnung der Sparkasse Bremen und der Handwerkskammer Bremen. Bergmann gewann den Preis in der Kategorie „Innovative Technik“.

Aufwendige Projektplanung

Den Anstoß, das Altenheim der Caritas im Norden von Bosnien-Herzegowina mit einer thermischen Solaranlage auszustatten, gab das Ingenieurbüro UTEC in der Bremer Überseestadt. Das Projekt, mit dem die Betriebskosten des Altenheims gesenkt werden sollten, wurde zum überwiegenden Teil von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziert. Ein Jahr lang haben Jens Bergmann und das Büro den Ablauf geplant und alle Eventualitäten bedacht, um die fachgerechte Montage in der ehemaligen Krisenregion abzusichern.

Herausforderungen in Bosnien-Herzegowina

Im September 2010 war es dann soweit: Die technischen Materialien wurden von einer Spedition nach Banja Luka gebracht und die Fachleute reisten hinterher. Jens Bergmann, ein Geselle und ein Auszubildender waren eine Woche lang damit beschäftigt, die 45 Quadratmeter große Solaranlage an die Giebelwand des Altenheims zu montieren.

„Es war auch eine abenteuerliche Aktion“, sagt Bergmann heute. „Nicht die Technik, sondern die Rahmenbedingungen haben uns herausgefordert.“ So gab es Probleme bei der Einreise, auch der Kontakt mit den einheimischen Gerüstbauern gestaltete sich schwierig. Zudem mussten die drei Männer mit unvermuteten Eindrücken zurechtkommen: Einschusslöcher in den Häusern, Korruption und eine verarmte Bevölkerung bei einer Arbeitslosenquote von 40 Prozent. „Der Krieg ist einem unheimlich nahe“, erzählt der Handwerksmeister, „die Problematik, die man nur vom Fernsehen her kennt, gehört plötzlich zum Alltag. Man muss sich vorstellen, dass nur wenige hundert Kilometer von Banja Luka entfernt Urlauber in der Sonne liegen.“

Fazit: Eine gelungene Sache

Trotzdem erinnert er sich gerne an die Ausnahmebaustelle: „Die Beteiligten im Altenheim der Caritas waren sehr nett. Sie haben sich über alle Maßen gefreut, dass wir die Anlage installiert haben. Es sind richtig gute Kontakte entstanden.“ Mit dem Hausmeister telefoniert Bergmann noch heute und erkundigt sich, ob die Solaranlage weiterhin problemlos läuft. „Ich würde die Aktion jederzeit wiederholen“, resümiert der Firmeninhaber, „wir stufen hier vieles als selbstverständlich ein, was in anderen Ländern gar nicht selbstverständlich ist. In Banja Luka kommt man schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.“